Keine Kürzungen im regionalen Personenverkehr

Die linksrheinische DB-Strecke Köln-Koblenz ist seit Monaten überlastet. In einem gemeinsamen Brief an Bundesverkehrsminister Dobrindt appellieren die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles und Bonns Bundestagsabgeordneter Ulrich Kelber, keine weiteren Verbindungen des Personenverkehrs zu kürzen. „Leider mussten wir jedoch zur Kenntnis nehmen, dass die DB Netz AG der Überlastung der Strecke nicht etwa durch eine Reduzierung des Schienengüterverkehrs, sondern durch eine Kürzung der Verbindungen des Personenverkehrs, hier insbesondere die RB 30, reduzieren möchte. Dies wäre völlig inakzeptabel“, erklären Nahles und Kelber.

Die Personenzüge seien bereits heute sehr hoch ausgelastet, um nicht zu sagen überfüllt. „Wir haben den Minister erneut gebeten, auf die DB Netz einzuwirken, zumindest für die Zeit der Baustellen auf der Strecke, in Köln und am Bonner Hauptbahnhof weniger Güterzüge auf der Strecke zu genehmigen, um wieder einen leistungsfähigen regionalen Personenverkehr zu garantieren“, so Nahles und Kelber. Zeitgleich haben die beiden SPD-Abgeordneten auch beim Vorstand der DB Netz AG hinterlegt, dass der regionale Personenverkehr in einer der am dichtest besiedelten Regionen Deutschlands im Interesse der vielen Pendlerinnen und Pendler abgesichert werden müsse. Bereits im August hatten beide gegenüber Verkehrsminister Dobrindt auf die Probleme auf der linksrheinischen DB-Strecke Koblenz-Köln aufmerksam gemacht.

Auch die Deutsche Bahn selbst hatte damals die Strecke bei der Bundesnetzagentur als überlastet gemeldet. Derzeit führen Baustellen links- und rechtsrheinisch – über das schon erschreckend hohe Dauerniveau – zu noch mehr Verspätungen und Ausfällen im Regionalverkehr. Kelber hatte im Sommer vorgeschlagen, Güterzüge zeitweise auf die ostfranzösische TEN-Strecke (Transeuropäische Netze) umzuleiten, um die linksrheinische TEN-Strecke Köln-Koblenz zu entlasten.