G20 – Für eine faire und soziale Zukunft

Am 1. Dezember 2016 hat Deutschland offiziell die G20-Präsidentschaft von China übernommen. Andrea Nahles, Bundestagsabgeordnete sowie Bundesministerin für Arbeit und Soziales freut sich, dass sich nun die G20-Arbeits- und Beschäftigungsministerinnen sowie –minister vom 18. bis zum 19. Mai 2017 im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr-Ahrweiler treffen, um über die internationale Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik zu sprechen. Dabei beschäftigen sie sich mit den Schwerpunktthemen Zukunft der Arbeit, Migration, Nachhaltige Lieferketten, Jugendbeschäftigung sowie Frauenerwerbstätigkeit. Gerade in Zeiten der Verunsicherung ist es die Aufgabe der politisch Verantwortlichen, sich an einen Tisch zu setzen, um miteinander zu reden und Lösungen für eine faire und soziale Zukunft zu erarbeiten. Insbesondere die G20 bieten dafür das richtige Forum. Sie stehen für zwei Drittel der Weltbevölkerung sowie übergreifende Lösungen. Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sitzen hier an einem Tisch. Gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen der G20 für Arbeit und Beschäftigung werden konkrete Handlungsoptionen und Politikempfehlungen in vier verschiedenen Themenschwerpunkten vorgelegt:

  • Sie wollen die Zukunft der Arbeit gestalten.
  • Sie wollen die Qualität von Frauenerwerbstätigkeit verbessern.
  • Sie wollen die Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen, Migranten und Flüchtlingen fördern.
  • Sie wollen gute Arbeit für nachhaltige globale Lieferketten voranbringen.

Alle Menschen sollten gleichberechtigt an Wohlstand und Fortschritt teilhaben können. In allen G20-Ländern ist beispielsweise die Erwerbsquote von Frauen niedriger als die von Männern. Gleichzeitig verdienen sie weniger. Es reicht also nicht, nur die Erhöhung der Frauenerwerbstätigkeit zu fordern, sondern wir müssen uns gleichzeitig für gute Arbeit im Sinne von Lohngleichheit, guten Arbeitsbedingungen und besseren Karrierechancen einsetzen. Es ist das Ziel der deutschen G20-Präsidentschaft, gemeinsam Maßnahmen zu formulieren, um die Qualität der Erwerbstätigkeit von Frauen weltweit zu verbessern.

Mehr als die Hälfte aller Migrantinnen und Migranten (über 120 Millionen) leben derzeit in G20-Ländern. Von den internationalen Flüchtlingen aus Krisengebieten weltweit haben gut fünf Millionen Menschen humanitären Schutz erhalten. Es ist wichtig, dass es gelungen ist, jenseits der humanitären Verpflichtungen auch das Thema der Integration in den Arbeitsmarkt auf die Tagesordnung der G20 zu setzen. Die Förderung von inklusivem Wachstum heißt aus Sicht der deutschen Präsidentschaft eben auch, dass diese Menschen eine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Ziel der Konferenz soll es sein, durch den gemeinsamen Austausch wirkungsvoller Gestaltungsansätze zu diskutieren, welche die Lebensperspektiven für Migrantinnen, Migranten und Flüchtlingen in den G20-Ländern verbessern und sozialer Ausgrenzung entgegenwirken.

Die Durchsetzung menschenwürdiger Arbeit in Lieferketten ist ein grundlegender Aspekt für eine faire und sozial gerechte Gestaltung der Globalisierung. Weltweit hängen 450 Millionen Arbeitsplätze direkt von der engen Verzahnung durch globale Liefer- und Produktionsketten ab. Und es gibt immer noch Regierungen sowie Unternehmen, die keine oder kaum Verantwortung für menschenwürdige Arbeit in Lieferketten übernehmen. Sie gewährleisten weder existenzsichernden Löhne noch stellen sie gute Arbeitsschutzbedingungen her oder gehen wirksam gegen Kinder- und Zwangsarbeit vor. Ziel der deutschen Präsidentschaft ist es, Einigkeit darüber zu erzielen, dass faire Lieferketten eine Frage der sozialer Verantwortung sind und im ökonomischen Interesse aller Beteiligten liegen.

Die Digitalisierung eröffnet viele Möglichkeiten und wird die Arbeitswelt stark verändern. Daraus ergeben sich natürlich Veränderungs-, Anpassungs- und Innovationsdruck, zu dem sich der Einzelne aber auch die Gesellschaft verhalten müssen. Ziel der deutschen Präsidentschaft ist, auch im Kontext der G20 die neuen Herausforderungen an Qualifizierung, sozialer Sicherung und Mitbestimmung im digitalen Wandel von Beginn an aktiv zu gestalten. Nur durch sozialen Fortschritt, an dem alle teilhaben können, entsteht inklusives Wachstum.

Fortlaufende Informationen zum G20-Treffen:

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