SPD-Bundestagsfraktion lobt Otto-Wels-Preis zum Thema Israel aus

Vor 50 Jahren haben Deutschland und Israel offiziell diplomatische Beziehungen aufgenommen. Aus diesem Anlass hat die SPD-Bundestagsfraktion einen Kreativwettbewerb für Jugendliche ausgeschrieben. Den Gewinnerinnen und Gewinnern winken Geldpreise sowie eine Einladung nach Berlin, wie Andrea Nahles, SPD-Bundestagsabgeordnete, mitteilt. „Fünf Jahrzehnte diplomatische Beziehungen zwischen Israel und Deutschland beschreiben eine Geschichte von Trauer und Schuld, aber auch von Versöhnung, Freundschaft und wachsendem Vertrauen,“ so Andrea Nahles. Es gelte, im Wissen um die Vergangenheit die gemeinsame Zukunft beider Länder zu gestalten.

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Der jungen Generation komme dabei eine besondere Bedeutung zu, ist die Abgeordnete überzeugt – einer Generation, die die Zeit des Nationalsozialismus und der Shoa selbst nicht erlebt habe. Mit dem Wettbewerb zum Otto-Wels-Preis für Demokratie 2015 möchte die SPD-Bundestagsfraktion einen Beitrag dazu leisten, das historische Bewusstsein dieser Generation zu schärfen und das Fundament für eine gute Zukunft der israelisch-deutschen Beziehungen weiter zu festigen. „Freundschaft und Verantwortung“ sind deshalb die Themen des diesjährigen Otto-Wels-Preises für Demokratie. Beteiligen können sich Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 20 Jahren. Drei Wettbewerbsaufgaben stehen zur Auswahl. Die Jugendlichen können beispielsweise eine Rede verfassen oder eine Demokratie-Kampagne gestalten. Zugelassen sind Einzel- und Gruppenarbeiten von maximal drei Teilnehmern.

„Die Gewinnerinnen und Gewinner laden wir im Mai zur Preisverleihung nach Berlin ein“, kündigt Andrea Nahles an. Für die drei besten Arbeiten winken attraktive Preise. Ausschreibung und Teilnahmeformular sind unter www.spdfraktion.de/ottowelspreis abrufbar. Einsendeschluss ist der 18. März 2015.

Politik darf sich nicht von der Realität entfernen

Das Jahr 2014 war für uns erfolgreich. Jedoch kam dies nicht von selbst. Das war viel Arbeit. Aber: es hat sich gelohnt. Darauf sollten wir uns nicht ausruhen – und wollen es auch nicht. So viel mehr gibt es noch zu tun. Es geht um gesellschaftlichen Fortschritt für unser Land und vor allem darum, dass sich Politik nicht von der Wirklichkeit entfernt. In den vergangenen zwölf Monaten haben wir viel dafür erreicht:

  • Die gnadenlose Ausbeutung am Arbeitsmarkt ist vorbei – mit Stundenlöhnen von fünf, sechs Euro oder sogar noch weniger. Wie lange haben wir für den Mindestlohn gekämpft? Jetzt haben wir ihn.
  • Es gibt deutliche Verbesserungen für die Älteren: nach 45 Beitragsjahren keine Abschläge mehr bei der Rente ab 63. Und eine bessere Erwerbsminderungsrente.
  • Auch die Leistung von Müttern und Vätern, deren Kinder vor 1992 geboren sind, als es nur wenige Betreuungsplätze gab, werden beispielsweise besser anerkannt.
  • Wir haben die Optionspflicht gestrichen. Junge Menschen mit ausländischen Wurzeln werden nun nicht mehr hin- und hergerissen sein zwischen ihrer deutschen Identität und der Herkunft ihrer Eltern. Der Doppelpass kommt!

Wir haben längst fällige Gerechtigkeitsthemen angepackt. Das war wichtig. Jetzt müssen wir weitermachen. Gefragt ist eine fortschrittliche Politik, die Antworten auf die Herausforderungen der Menschen im Alltag bietet. Das umfasst zum Beispiel den Zustand unserer Städte. Wir müssen noch mehr für Kinder und Familien tun. Und für die Generation der 30- bis 50-Jährigen, die von verschiedenen Seiten unter Druck geraten. Sie sollen höchste Leistung im Beruf bringen, sich zu Hause um die Kinder kümmern – und manchmal zusätzlich noch um die Pflege eines Angehörigen. Wie geht so was, ohne komplett überfordert zu sein, ohne auszubrennen? Was kann, was muss, die Politik leisten, um Entlastung zu schaffen? Wie erfüllen wir unter neuen Bedingungen das sozialdemokratische Versprechen von Aufstieg durch Bildung? Woher kommt das notwendige Geld für dringend notwendige Zukunftsinvestitionen? Infrastruktur: Straßen, Schienen aber auch Schulen und Kitas? Nicht zu vergessen, es geht auch und gerade um die Zukunft Europas. Die Gerechtigkeitsfrage stellt sich überall auf der Welt.

2015 wird das Jahr, in dem wir neue Gerechtigkeitsthemen entwickeln, die unsere Zeit aufgedeckt hat. Themen, die sich dem ganz praktischen Alltag der Menschen erschließen. Packen wir an.