Vorlesetag in der Grundschule in Boos

Auch dieses Jahr haben am 21. November, dem Bundesweiten Vorlesetag, wieder zahlreiche Bücherfreunde und Prominente aus ihren Lieblingsbüchern vorgelesen. Mit dabei war die SPD-Bundestagsabgeordnete und Bundesministerin Andrea Nahles. Sie hat Schülerinnen und Schülern der Grundschule Boos aus dem Buch „Igraine ohne Furcht“ von Cornelia Funke und eine Geschichte von Otfried Preußler vorgelesen.

Der sogenannte Vorlesetag gilt als das größte Vorlesefest Deutschlands: Die Initiatoren DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn möchten Begeisterung für das Lesen und Vorlesen wecken. Der Aktionstag folgt der Idee: Jeder, der Spaß am Vorlesen hat, liest an diesem Tag anderen vor – zum Beispiel in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken oder Buchhandlungen. Im vergangenen Jahr beteiligten sich über 80.000 Vorleserinnen und Vorleser, darunter viele Prominente aus Politik, Kultur und Medien.

Vorlesetag_2014

Für Andrea Nahles ist klar: „Vorlesen braucht Vorbilder. Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, greifen später öfter selbst zum Buch. Vorlesen vermittelt somit Basiskompetenzen und eröffnet Bildungschancen für eine erfolgreiche Zukunft.“ Es hat viel Spaß gemacht und war sehr toll, wie die Kinder der ersten Klasse der Grundschule Boos zugehört haben. Andrea Nahles hat das Kapitel mit dem Schneemann vorgelesen und das Buch von Otfried Preußler gleich dagelassen, damit die Kinder weiterlesen können.

Jahrestag der Aufdeckung der NSU-Verbrechen

Der Bundestag hat in einer vereinbarten Debatte an den dritten Jahrestag der Aufdeckung der NSU-Verbrechen gedacht. Fast 14 Jahre lang haben drei Rechtsextreme in Deutschland im Untergrund gelebt und zehn Menschen umgebracht. Sie nannten sich Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Der Deutsche Bundestag setzte im Januar 2012 einen Untersuchungsausschuss „Terrorgruppe NSU“ ein. Dieser Ausschuss sollte die Hintergründe aufdecken und Empfehlungen für die Zukunft erarbeiten.

Anlässlich des dritten Jahrestages der Aufdeckung der NSU-Verbrechen debattierten die Abgeordneten über die rechtsextremen Morde. Die Arbeit des Ausschusses offenbarte leider immer wieder institutionelles Versagen. Es gab etliche Fehler und Versäumnisse bei den Behörden auf Länder- oder Bundesebene. Darüber hinaus fehlte behördenweit grundsätzliches Wissen über Rechtsextremismus und seine Erscheinungsformen. Offenbar gab es jedoch auch latenten Rassismus in den verschiedenen Behörden. Aus diesem Grund wurde in völlig falsche Richtungen ermittelt.

Neun der zehn Opfer hatten einen Migrationshintergrund. Sofort wurde fälschlicherweise in Richtung Organisierte Kriminalität ermittelt. Gegensätzliche Hinweise wurden nicht konsequent verfolgt. Der Ausschuss hat nun als eine der wichtigsten Schlussfolgerung festgehalten, dass die Polizei bei einer schweren Straftat, wenn das Opfer einen ausländischen Hintergrund hat, routinemäßig abprüfen soll, ob ein fremdenfeindlicher bzw. rechtsextremer Hintergrund in Betracht kommt.

Mehr als 40 Empfehlungen hat der Untersuchungsausschuss erarbeitet. Die Koalition hat sich im Koalitionsvertrag alle zu Eigen gemacht.

Lesen Sie hier mehr.

Bewertungen und Schlussfolgerungen der Mitglieder der SPD-Bundestagsfraktion im NSU-Untersuchungsausschuss

Der Doppelpass ist auf dem Weg

Die SPD hat eine Doppelpass-Regelung auf den Weg gebracht, die ein Meilenstein im deutschen Staatsbürgerschaftsrecht ist. Hunderttausende Menschen werden von der abgeschafften Optionspflicht profitieren. Kinder ausländischer Eltern, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, können künftig sowohl die deutsche als auch die Staatsbürgerschaft ihrer Eltern behalten. Für sie entfällt damit das so genannte Optionsmodell. Bundestag und Bundesrat haben beschlossen, das Staatsangehörigkeitsrecht zu ändern, damit dieser Optionszwang entfällt.

Für wen gilt die Neuregelung?

Junge Erwachsene, die seit ihrer Geburt eine doppelte Staatsangehörigkeit haben, können beide Nationalitäten nun auch im Erwachsenenalter behalten, wenn sie folgende drei Bedingungen erfüllen:

  • Sie sind in Deutschland geboren.
  • Sie sind im Jahr 1990 oder später geboren.
  • Sie sind in Deutschland aufgewachsen.

Als „in Deutschland aufgewachsen“ gilt nach dem neuen Gesetz, wer bis zum 21. Geburtstag mindestens acht Jahre in Deutschland gelebt hat, oder in Deutschland mindestens sechs Jahre zur Schule gegangen ist oder einen deutschen Schulabschluss bzw. eine abgeschlossene Berufsausbildung in Deutschland nachweisen kann. Man kann davon ausgehen, dass mehr als 90 Prozent aller Betroffenen diese Voraussetzungen erfüllen werden. Der Wegfall des Optionsmodells für junge Deutsche mit ausländischen Eltern verändert jedoch nicht die gültigen Regelungen einer Einbürgerung.

Die Bürgerämter prüfen selbstständig, ob die Bedingungen für die doppelte Staatsbürgerschaft erfüllt sind. Wer weniger als acht Jahre in Deutschland gemeldet war, muss den Behörden allerdings seine in Deutschland erworbenen Zeugnisse vorlegen. Damit jeder Einzelfall gerecht beurteilt werden kann, gibt es im Gesetz zudem eine Härtefallklausel. Sie gilt für Personen, die einen vergleichbar engen Bezug zu Deutschland haben und für die das Optionsmodell eine besondere Härte bedeuten würde.

Informationsblatt „Der Doppelpass kommt“ deutsch

Informationsblatt „Entegrasyonu kolaylaştırmak“ türkisch